Impuls zum Sonntag

„Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“(Mt 18,20)

Wie oft haben wir diesen Satz als Kanon in unseren Liturgien gesungen! Wir glauben an das Wort Jesu, dass er unsere Versammlungen mit seiner Anwesenheit begnadet, jedes Mal wenn wir in seinem Namen zusammenkommen und den Glauben feiern.

So beginnen alle Liturgien der Kirche, insbesondere die Feier der Sakramente, im Namen des Herrn. Er ist mit seinem Geist Begleiter auf unserem Glaubensweg und Stifter einer immer tieferen Gemeinschaft. Das wird insbesondere in der Feier der Eucharistie erfahrbar. Jesus ist nicht nur in den Gedanken da als einer, der das Leben mit uns teilt, der unter uns lebt, sondern in der Realität des Brotes ist er tatsächlich unter uns. Sein Geist ist die Kraft, die das Unmögliche in Wirklichkeit setzt.

Sind wir uns dieser Tatsache wirklich bewusst? Erfüllt es uns, dass in dem Augenblick des Gottesdienstes Christus selbst gegenwärtig ist? Unser Bruder ist mitten unter uns, fassbar in seiner Unfassbarkeit, real in seiner Macht. Muss darum unser Gebet, unsere Gemeinschaft nicht eine andere Dimension gewinnen, die Weite, die unsere Herzen befähigt, in unserem Banknachbarn einen Bruder zu erkennen, der mit uns unterwegs ist in der Seilschaft der Gemeinde Christi?

Und wenn wir von hier weggehen, dann begleitet er uns. Dann ist Christus weiterhin mit uns. Dann kann es uns nicht mehr möglich sein, Hass, Streit und Zwietracht in der Gemeinde zu säen. Vielmehr ist das Erlebnis der Gemeinschaft so stark, dass es uns trägt.

In diesem Geist wollen wir immer wieder Eucharistie feiern und uns hineinnehmen lassen in das endlose Spiel, in das zeitüberschreitende Halleluja der Befreiten.

Gott ist mit uns. Was kann uns da noch passieren?

Lied bei YouTube anhören