Impuls zum Sonntag

„Wer das Leben gewinnen will, wird es verlieren“ (Mt 10, 39)

„Wer das Leben gewinnen will, wird es verlieren“ (Mt 10,39)

Was tun wir nicht alles, um uns das Leben so angenehm wie möglich zu gestalten. Wir geben unseren ganzen Fleiß hinein, Häuser zu bauen, Autos zu fahren, uns alle möglichen Annehmlichkeiten zu bereiten. Und in diesem Wahn verlieren wir uns selbst. Es scheint, wir haben alles  und doch werden wir nicht satt.

Es scheint doch deutlich genug, wenn wir eine „Manager-Krankheit“ kennen, psychische Störungen häufiger auftreten als zu früheren Zeiten, Einsamkeit eines der größten Probleme unserer Zeit ist, obwohl ein ganzer Wirtschaftszweig sich um Ausgleich, Geselligkeit und Zerstreuung sorgt.

Was fehlt uns also?

Anscheinend muss es eben nicht der neueste Artikel des Fortschritts sein, für den wir uns abrackern und dann doch leer bleiben, wenn das Ziel erreicht ist.

Suchen wir vielmehr das Eigentliche in unserem Leben, die Stille für das Hören auf Gott, die Zeit des Gesprächs mit den Ehepartnern, den Kindern oder guten Freunden. Schauen wir nicht auf uns, sondern auf den Nächsten. Verlieren wir unser Leben für den anderen und gewinnen wir so das, was wir in unseren Projekten nicht gefunden haben. Suchen wir das Leben dort, wo es vielleicht zunächst mühsam erscheint und wenig lukrativ, weil hier „nichts los ist“. Aber gerade dort in dem täglichen „das Leben verlieren“  für den Nächsten blüht das Leben auf, wir werden wieder freier atmen, mehr Mensch, Person, weil kein Streben nach Erfolg oder Reichtum uns jagt, sondern Kraft und Geist aus der Höhe.

Dazu bieten die Sommerferien die perfekte Gelegenheit. Den Kindern zuzuhören, den Ehepartnern Aufmerksamkeit zu schenken, Gott zu suchen. Wer so sein Leben – oder das, was er bisher dafür hielt - einen neuen Sinn gibt, der wird erfahren, neu lernen, was Leben bedeutet, spüren, dass Gott ihm begegnen will.