Impuls zum Sonntag

„So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!“ (Mt 22,21)

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Pharisäer stellen Jesus im heutigen Evangelium mit einer Frage eine Falle. „Ist es erlaubt dem Kaiser Steuer zu zahlen oder nicht?“, so lautet die Frage. Sie wollten prüfen, wie Jesus sich gegenüber der weltlichen römischen Besatzung positioniert. Und er bittet sie, die Münze zu zeigen, mit der man Steuer zahlt, einen Denar. Auf der Münze stehen Bild und Aufschrift des Kaisers, also die Münze „gehört“ ihm. Wir sind in dieser Welt und partizipieren an der Gestaltung der Menschheitsgeschichte, aber wir gehören nicht zu dieser Welt (Joh 17,16); wir sind berufen, als Kinder Gottes zu leben. Beide Seiten formen aber unseren Aufenthalt auf dieser Erde.

Unser Denar, den wir dem Kaiser schulden, ist sicher unser Einsatz für Verbesserungen in unserem Staat. Mit meinem Denar kaufe ich mich oftmals auch los von Verpflichtungen wie Caritas, Diakonie, Hilfe für Gestrauchelte und Gefangene. Dieser Denar, der dem Kaiser gehört, ist aber nur die eine Seite. Wenn ich aber Gott vergesse und das, was ich ihm zu verdanken habe, versündige ich mich. Wenn ich mein Leben als Geschenk Gottes erfahre, wie kann ich es dann leichtfertig aufs Spiel setzen, indem ich durch übermäßigen Genuss meinen Körper ruiniere, bei rucksichtlosem Fahren mich und andere gefährde?

Wie kann ich meine Talente einschlummern lassen, meine Sinne verkümmern, weil ich zu bequem bin? Wie kann ich Gebet und Sakramente vergessen, wo sie doch die Speise des Lebens sind?

Jesu Antwort trifft mitten in unser Leben. Es gibt keinen Bereich, aus dem wir uns als Christen herausnehmen könnten. Denn immer stehen wir in der Gemeinschaft mit ihm und mit den Mitmenschen.

Darum gilt es uns allen: Geben wir unseren Denar der menschlichen Gesellschaft, wirken wir mit an einer menschlicheren Welt, die Gottes Herrschaft ankündigt, und finden wir uns zusammen als seine Gemeinde, die ihn bekennt, als den Herrn aller Zeit.