Impuls zum Sonntag

„Lasst beides (Weizen und Unkraut) wachsen bis zur Ernte“ (Mt 13, 30)

Die Frucht und das Unkraut

Jesus vergleicht im heutigen Evangelium die Welt mit einem Acker, wo nicht nur der ausgesäte Weizen wächst, sondern wo auch Unkraut zu finden ist.

Die Kirche ist der Acker Jesu Christi, in den Menschen aller Kulturen und Konditionen gerufen sind. Sie ist keine Anstalt für nur „Vollkommene“. Weizen und Unkraut wachsen zusammen.

Der Herr des Ackers ist in die Welt gekommen, um die Menschen zu retten und zu heilen, nicht um sie zu verurteilen. Jesus sieht zunächst  immer den Menschen. Und er sieht die Schwächen der Menschen, trotz ihres Bemühens. Darum sollten wir auch mit unserer Beurteilung eines Menschen, und besonders innerhalb der Kirche, der Gemeinde, vorsichtig sein.

Aufgabe eines Christen ist es, füreinander zu sorgen durch gemeinsames liebevolles Gespräch, durch konkrete Hilfe, besonders da, wo einer unserer Gemeinde gestrauchelt ist. Und nicht ein Schimpfen über die Schlechtigkeit der Menschen. Wenn wir wirklich Kirche Jesu Christi sein wollen, dann dürfen wir, ja dann sollen wir Menschen sein; Menschen aber, die sich selbst und andere nicht aufgrund irgendwelcher Moral verurteilen, sondern, die sich und andere akzeptieren, die miteinander wachsen. Denn Kirche bedeutet Leben, lebendiger Prozess, bedeutet an sich arbeiten können und sich von Christus trotz seiner Schuld geliebt wissen.

Christ wird man nicht von heute auf morgen, sondern täglich in neuer Entscheidung und indem man sich von Christus „arbeiten“ lässt.

Wir brauchen nicht zu verzagen, auch wenn wir uns manchmal so schlecht vorkommen. Wenn wir versuchen mit Christus an unseren Fehlern zu arbeiten, dann lässt er uns nicht fallen. Denn er ruft jeden von uns. Und wenn wir keinen Sinn mehr im Leben finden, dann suchen wir ihn bei Jesus, denn er ist unser Leben, weil er für uns lebt und uns leben lässt bis zur Ernte.