Impuls zum Sonntag

„Kommt zur Hochzeit“ (Mt 22,4)

Im heutigen Evangelium vergleicht Jesus das Himmelreich mit einer Hochzeit, zu der viele Gäste eingeladen sind. Ein paar Tage bevor sie stattfindet, zeigt sich, dass alle Eingeladenen aus verschiedenen Gründen nicht kommen wollen/„können“. Alle haben eine Entschuldigung parat und schließen sich selber von der Freude des Hochzeitfestes aus. Gott lädt immer wieder zu seinem Fest ein. Die Einladung Gottes zu seinem Gastmahl ist auch als die Einladung zur Eucharistiefeier anzusehen.

Täglich neu ergeht sein Ruf zur Gemeinschaft der brüderlichen Liebe mit ihm und den Mitmenschen.  Finden wir nicht oftmals sehr leichtfertig Entschuldigungen für unser Fernbleiben? Aber da ist meine Entschuldigung, dass ich ja aus beruflichen Gründen während der Woche nicht mittun kann. Da entschuldige ich mich für den Sonntag: Da passt einem nicht die Uhrzeit, der Pfarrer predigt sowieso immer dasselbe, die Leute in der Kirche sind alles Scheinheilige, oder jetzt ist sowieso wenig Platz in der Kirche wegen der Corona-Regeln. Entschuldigungen finden sich leicht.

Ein neues kirchliches Lied sagt, „Unser Leben sei ein Fest“. Ist damit nicht vielleicht die Gestaltung dessen gemeint, wozu Jesus uns einlädt? Wie wir zur Gestaltung mancher Party alle Möglichkeiten ausschöpfen, damit es ein Fest wird, so sind wir auch im Bereich unseres Glaubens dazu eingeladen. Unsere Anwesenheit und aktive Teilnahme an den Feiern in der Kirche ist schon Beitrag zur Gestaltung des Gottesdienstes. Wir sind aber die an erster Stelle Begnadeten, Beschenkten, wenn wir zum Fest des Glaubens kommen und es gestalten. Dort schöpfen wir Kraft und Geist, damit wir das Leben anderer Menschen, mit denen wir zu tun haben, mitgestalten können, sodass dieses Leben zum Fest wird. Setzen wir uns wirklich dafür ein, in unserer Familie, am Arbeitsplatz, in der Gemeinde, dann wird es auch froher, freier, menschlicher.

Achten wir also darauf, dass Gottes Einladung nicht unbeantwortet bleibt, sein Wort nicht unverkündet, seine Liebe nicht unbeantwortet. Machen wir es uns nicht bequem …