Impuls zum Sonntag

„Ich bin der gute Hirt“ (Joh 10,14)

In den letzten Jahrzehnten sind viele (ehrenamtliche) pastorale Dienste in unseren Gemeinden entstanden wie Gottesdienstbeauftragte, Helfer/innen in der Sakramentenvorbereitung und in der Gestaltung der Liturgien. Das Verhältnis von Priestern und Laien gestaltet sich weithin partnerschaftlich, mehr Laien sind zum kirchlichen Dienst bereit, neue Formen der Kooperation im Dienste der „Pastoral“ werden entwickelt.

Die Frage nach dem Wert und Sinn dieser Dienste und den Aufgaben der Gemeinde steht im Zusammenhang mit den Problemen der Menschheit unserer Zeit: Die Frage nach dem Sinn des Lebens, nach Freiheit, Friede, Gerechtigkeit und Versöhnung. Die Christen glauben nicht, fertige Antworten auf diese Fragen zu haben. Aber sie wissen, dass alles menschliche Bemühen um Veränderung unter den Bedingungen einer unfreien, unversöhnten Welt steht und diese einer Befreiung bedarf, die nicht aus menschlicher Kraft allein geleistet werden kann. Diese Befreiung ist der Welt geschenkt in Jesus Christus.

Durch Taufe und Firmung nimmt jeder Christ teil an der Sendung der Gemeinde. Alle bilden das eine priesterliche Volk Gottes, das berufen ist, das Versöhnungswerk Jesu Christi in den konkreten menschlichen und gesellschaftlichen Situationen zu vergegenwärtigen.

Dabei ist den Laien der „Weltcharakter“ in besonderer Weise eigen. Ihre Aufgabe ist es, die weltlichen Lebensbereiche, das soziale Milieu, Beruf und Freizeit, Mentalität und Sitte, Gesetze und Strukturen der Gesellschaft durch Wort und Tat mit dem Geist Jesu Christi zu durchdringen.

Hier finden wir Inhalt und Aussage für unsere Frage nach den pastoralen Diensten in der Gemeinde. Diese Gemeinde wird nur durch die Zusammenarbeit aller erreicht, die ihr Leben in Christus gründen und aufbauen, die zusammengekommen sind und füreinander da sind.

Was heißt also „Pastoraler Dienst in der Gemeinde“? Heißt es nicht, bereit sein zum Engagement für die Schwestern und Brüder? Und das lohnt sich auch heute, denn der Gewinn, eine lebendige christliche Gemeinde, in der alle füreinander da sind, das klingt zwar wie eine Utopie – aber sie wird Wirklichkeit durch den Einsatz von Menschen, die etwas wagen, die nicht irgendeiner Ideologie nachrennen, sondern die aus der Kraft des Glaubens an den Auferstandenen leben. Sollte unsere Gemeinde Maria Frieden nicht lebendig werden können durch ihn – durch unseren Einsatz? Das ist rechtverstandenes Christentum, ist pastoraler Dienst in der Gemeinde, der aus dem begeisterten Herzen vieler Menschen kommt, denen Christus etwas bedeutet, die sein Wort lebendig werden lassen unter uns, die durch ihr ganzes Leben bezeugen, was es heißt: Christ ist man für andere. Uns so wünsche ich uns allen, dass wir zu einer solchen Gemeinde werden, die lebt und aus der Leben fluten kann, Leben für die große Gemeinde der Kirche, deren Hirte Christus ist.