Impuls zum Sonntag

„Er hatte Mitleid mit ihnen“ (Mk 6,34)

Gott ist in Jesus Christus Mensch geworden, um das menschliche Schicksal mit uns zu teilen. Aus Liebe zu uns, weil unser Heil einfach ihn dazu bewegt hat.  Und er ruft uns in seine Nachfolge, das Heil des anderen auch zu suchen. Der Beweggrund ist das Mitleid, das Leid des Menschen zu teilen und dadurch sein Leben zu retten. Folgen wir Jesus in diesem Sinne nach? Wie zeigt sich unsere Einstellung zum Mitmenschen? Begegne ich seinen Sorgen gleichgültig oder mache sie mir zu eigen? Gehe ich mit ihm ein Stück seines Kreuzweges? Stelle ich mich ihm zur Verfügung?

Ein Leben, das sich verschenkt an die anderen, das zur Verfügung gestellt ist, wird reicher als jeder noch so große materielle Besitz es ermöglichen kann. Ein Leben, das sich nicht gebunden weiß in den Zwängen irgendwelcher Rollen, die ich mir selbst auferlege oder in die ich hineingedrängt werde. Ein Leben, das auch die Schönheit des Gänseblümchens sieht, den fragenden Blick des Nächsten, ein solches Leben wird hineingenommen in das Leben Jesu. Es wird zum lebendigen Zeugnis des Erbarmens Gottes und so zur Verwirklichung der letzten Bestimmung des Menschen.

Vielleicht ist nun aber auch deutlich geworden, dass die Verwirklichung des Evangeliums nicht in großen Ereignissen geschieht, sondern in den oft unscheinbar erscheinenden täglichen Begebenheiten. Darum soll unser Blick für das Kleine, das Unscheinbare, das Alltägliche geschärft werden. Denn in all diesen Situationen zeigt sich, „wes Geistes Kind“ man ist, ob der eigene Vorteil an erster Stelle steht oder das Beispiel Jesu: „er hatte Mitleid mit ihnen“.