Wallfahrt

Im Januar 1988 lud der damalige Berliner Bischof, Kardinal Joachim Meisner, die West-Berliner Katholiken erstmals zur Wallfahrt nach Maria Frieden, um für die Einheit des Bistums und um Geistliche Berufungen zu beten.

„Gut gebetet“ könnte man sagen, denn schon 1 ½ Jahre später fiel die Berliner Mauer und das Bistum Berlin war wieder vereint. Dennoch sind die Anliegen der Wallfahrt bis heute aktuell! Und so wurde und wird weiter gebetet.

Nach wie vor kommen viele Wallfahrer aus der ganzen Stadt.

zu den Terminen

 

 

Wallfahrt im Oktober mit Pfarrer Matthias Patzelt, Brandenburg

Die Oktoberwallfahrt 2015 fand am Gedenktag der Hl. Theresia vom Kinde Jesus unter der Leitung von Pfr. Matthias Patzelt aus Brandenburg statt.

Theresia, geboren 1873, trat mit fünfzehn Jahren in den Karmel von Lisieux ein. Damals hatte sie bereits eine ungewöhnlich reiche religiöse Erfahrung. Sie selbst betrachtete Weihnachten 1886 als entscheidendes Ereignis in ihrem Leben; sie erfuhr die Gnade einer „völligen Umkehr“ und verstand von da an die Liebe zu Christus und zu den Menschen als die eigentliche Berufung ihres Lebens. Ihr Leben im Karmel verlief äußerlich sehr einfach; ihr innerer Weg ging steil nach oben. Sie begriff, dass ihre Christusliebe sich in der Kreuzesnachfolge verwirklichen musste. Die Heilige Schrift wurde mehr und mehr ihre einzige Lektüre; innere Prüfungen und körperliche Krankheit waren ihr Alltag. Am 30. September 1897 starb sie mit den Worten: „Mein Gott, ich liebe dich.“ 

Deshalb auch die Kernaussage in der Predigt: „Wir sind Sünder vor Gott und zugleich Kinder des Vaters. Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder…., Theresia lehrt uns wieder Kinder zu werden! Sie selbst hatte ein kindliches Herz, frei von Hintergedanken und Dinge nehmend wie sie sind!Theresia lehrt uns mit der Liebe nie zu warten, sie wollte alle Menschen lieben, wie sie von Jesus geliebt wurde!“         (Willi Neumann)

Wallfahrt im September 2015 mit Weihbischof em. Norbert Werbs aus Schwerin

Die Macht der Worte

 

Mit einer Erklärung der Bedeutung von Worten begann die interessante und tiefsinnige Predigt von Weihbischof em. Norbert Werbs aus Schwerin anlässlich der Wallfahrt im September. Unkraut im Garten kann wuchern, man kann es aber auch als Spontanvegetation bezeichnen, es besteht die Möglichkeit von einem Essen zu sprechen oder es als Fraß zu beschimpfen, ein Embryo im Mutterleib kann als ungeborenes Kind oder als werdendes Leben betrachtet werden. Es ist, so die Aussage des Bischofs, niemals gleichgültig welches Wort verwendet wird, denn Worte leiten an zu bestimmten Verhaltensweisen. Einer Handvoll Verbrecher im III. Reich ist es gelungen durch Veränderung alter Worte ein ganzes Volk zu verführen. Victor Klemperer hat es sehr anschaulich in seiner Schrift "LTI (Lingua Tertii Imperi) - Notizen eines Philologen" beschrieben, wie es den Nazis gelungen ist, nicht nur alte Worte zu verändern, sondern auch neue Worte einzuführen um das Volk zu beeinflussen, zu verführen! Viel Negatives begann mit der Veränderung der Sprache. Veränderung der Sprache diente und dient  der Vorbereitung von Kriegen, diente der Verfolgung von Juden, diente und dient der Verfolgung von Minderheiten!

Das Wort in der Anwendung kann aber auch positiv sein. Wir denken an Dankesworte, an Worte des Lobes und der Anerkennung, wir denken an die Worte der Achtung, an die Worte des Trostes! 

Hier spannte der Bischof den Bogen zum Evangelium der Wallfahrtsmesse über die Hochzeit zu Kanaa. Auch hier ging es um Worte: "Was er euch sagt das tut" waren die Worte Marias an die Bediensteten. Starke Worte, die den Verlauf der Hochzeit "retteten"! Maria, und das wird in der Schrift oft beschrieben, bewahrte die Worte Jesu ein Lebe lang in ihrem Herzen. Uns will das einfach nur sagen, dass es darum geht auf Gott zu hören, damit wir richtig wahrnehmen um die Sprache richtig zu gebrauchen. Eine Aufforderung, die gerade aktuell in dieser Zeit der großen Herausforderung im Umgang den vielen Flüchtlingen wieder besondere Bedeutung gewinnt! (Willi Neumann)

Wallfahrt im August 2015 mit Pfr. Josef Rudolf aus Erkner

Wallfahrt mit Weihbischof em. Wolfgang Weider, Berlin im Juli 2015

Wallfahrt im Juni 2015 mit Regens Mathias Goy, Berlin

Wallfahrt im Mai 2015 mit S.E. Apostolischer Nuntius Erzbischof Dr. Nikola Eterović

Wallfahrt im April mit Domkapitular Josef Damian Szuba, Speyer

Wallfahrt im März mit Pfr. Ullrich Kotzur

Da er noch also zu dem Volk redete…… 

……siehe, da standen seine Mutter und seine Brüder draußen, die wollten mit ihm reden. Da sprach einer zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und wollen mit dir reden. Er antwortete aber und sprach zu dem, der es ihm ansagte: Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder? Und er reckte die Hand aus über seine Jünger und sprach: Siehe da, das ist meine Mutter und meine Brüder! Denn wer den Willen tut meines Vaters im Himmel, der ist mein Bruder, Schwester und Mutter.  (Matthäus 12.46)

Die Kernaussage des Evangeliums des Wallfahrtstages am 4.03.2015, die der Wallfahrtsleiter Pfarrer Ulrich Kotzur nutzte, um über die verschiedenen Formen der Berufung zu sprechen. 

Die Berufung fällt nicht vom Himmel, sie steht mit dem Willen Gottes und man muss bereit sein, die eigene Berufung zu hören, wahrzunehmen! Gottes Wille erfülle ich z.B. nicht nur wenn ich Sonntags in die Kirche gehe oder regelmäßig bete. Gottes Wille erfülle ich auch und gerade dann, wenn ich dem Obdachlosen einen Euro gebe, wenn ich mein Menschsein erfülle, wenn ich Heimat geben kann, wenn ich jemandem im Versagen beistehen und ihn aufrichten kann. In diesem Tun kann eine Atmosphäre um mich herum entstehen, in der ich erkennen kann, wie leicht es ist auf Gott zu hören, wie klar es auf einmal sein kann, die mir von Gott geschenkten Fähigkeiten, seien sie noch so klein und unscheinbar, zu nutzen!

Gedanken die dazu überleiteten, Matthias Schulte, einem Jugendlichen aus der Initiative „Nightfever“ das Wort zu geben. Er erzählte seine Lebensgeschichte und wie es ihm gelungen ist, durch das Hören auf Gott und das Vertrauen in Gott sein Leben zu ändern und seine Berufung zu erkennen, sich aktiv für die Initiative „Nightfever“ einzubringen!

(Nightfever wird organisiert von jungen Christen, deren Glauben einen Sitz im Leben hat. Wir sehen uns als Brückenbauer zwischen einzelnen Menschen, zwischen Gemeinden und Gemeinschaften. Jede und jeder, der die Ziele von Nightfever teilt kann bei uns mitmachen. Mit unserer Arbeit möchten wir vor allem kirchenferne Jugendliche und junge Erwachsene erreichen und sie einen kleinen Schritt näher zum Glauben bringen. Ganz ohne Zwang, frei nach den Worten des Johannes-Evangeliums: "Komm und sieh!" (Joh 1,46) http://berlin.nightfever.org/?i=75)

Wallfahrt im Februar 2015 mit Fr. i. R. Bernhard Biskup

Die diesjährige Februarwallfahrt 2015 lag zwischen den beiden Marientagen „Mariä Lichtmess“, heute Fest der Darstellung des Herrn und seit 1997 auch „Tag des geweihten Lebens“ am 2.02.2015 und dem Gedenktag „Unserer lieben Frau von Lourdes“ als Tag der Würdigung der Kranken am 11.02.2015! Das Wunder von Lourdes ist heute weniger in spektakulären Heilungen zu suchen, sondern mehr als Ereignis zur Stärkung des Glaubens!  Demzufolge stellte der Wallfahrtsleiter Pfr. Biskup in seiner Predigt Maria als die Mutter der Schmerzen (Mater Dolorosa) dar. An vielen Stellen in der Welt, nicht nur in Lourdes, wendet man sich an Maria und bittet um Beistand in Trauer und Not und um die Stärkung des Glaubens. Wer wenn nicht sie, könnte denen nach Trost im Leid suchenden Hilfe bieten? Sie, die selbst das Leid in der dunkelsten Stunde ihres Lebens erfahren hat!

Wallfahrt im Januar 2015 mit Pfarrer Dr. Florian Erlenmeyer