Wort zum Jahresbeginn 2012

Liebe Gemeinde von Maria Frieden

und alle Besucher von nah und fern!

 

Unser Pfarrer Visca hat mich gebeten, ein Geleitwort für den ersten Pfarrbrief im neuen Jahr zu schreiben. Zunächst wünsche ich Ihnen allen noch einmal von ganzem Herzen Gottes Segen für jeden neuen Tag, den Er uns schenkt. Ein Wort von Martin Luther möge Sie mit demselben Vertrauen erfüllen, wie es bei mir angekommen ist: „Die Barmherzigkeit Gottes ist wie der Himmel, der stets über uns fest bleibt. Unter diesem Dach sind wir sicher, wo auch immer wir sind.“

 

Wer mit den Augen des Herzens in die Geschichte zurück blickt, erkennt deutlich, wie Gott die Menschheit in sein Herz geschlossen hat. Der Prophet Hosea ist gleichsam der Mund Gottes, wenn er sagt: „Mit menschlichen Fesseln zog ich sie an mich, mit den Ketten der Liebe. Ich war da für sie wie die Eltern, die den Säugling an ihre Wangen heben. Ich neigte mich ihm zu und gab ihm zu essen.“ 

Wie wir unseren Weg auch durchs neue Jahr machen: ich hoffe, dass wir auf dem rechten Weg bleiben und uns gesagt sein lassen, was Hosea zu seiner Zeit Israel zugerufen hat: „Wie könnte ich dich preisgeben ...., wie dich aufgeben ...?“ Diese Tatsache ermutigt uns, uns jeden Morgen neu Gott anzuvertrauen, der sich nicht vom starken Mann leiten lässt, sondern von der „mütterlichen“ Barmherzigkeit. Er möge es fügen, dass sich etwas davon auf unseren Charakter abfärbt und damit auf unsere Gesellschaft. Unter solchem Dach lässt sich’s leben! Es ist so wahr:  Ob jemand ein Eigenheim baut oder einen Betrieb leitet, immer kommt es auf den Geist des Hauses an.

 

Ich habe gelesen, wie Antoine de Saint-Exepery den kleinen Prinzen sprechen lässt: „Als ich ein Knabe war, wohnte ich in einem alten Haus, und die Sage erzählte, dass darin ein Schatz versteckt sei. Gewiss, es hat ihn nie jemand zu entdecken vermocht, vielleicht hat auch nie jemand gesucht. Aber er verzauberte dieses ganze Haus.“ Diesen Gedanken hat einst mein Lieblingstheologe, der hl. Augustinus, für unser Leben ausgesprochen: „Gott, Du bist mir innerlicher, als ich mir selbst bin.“ Ich bin auch davon überzeugt, dass Er sich danach sehnt, von uns entdeckt zu werden und bei allen Terminen und Plänen für 2012 sein Licht aufgehen zu lassen.

 

Euer Weggefährte Franz Brügger