Zusammen mit der Taufe und der Eucharistie….

…..bildet das Sakrament der Firmung die „drei Sakramente der christlichen Initiation“, deren Einheit bewahrt werden muss. Der Empfang der Firmung ist zur Vollendung der Taufgnade notwendig! Die Firmung soll, ähnlich dem Pfingstereignis, als der Hl. Geist über die Apostel kam, eine Verhaltensänderung hervorrufen. Man kann in diesem Zusammenhang auch von erforderlichen Konsequenzen sprechen: Von der „Seinsgnade“ (Taufe) hin zur „Handlungsgnade“ (Firmung)!
Der Referent des Abends, Diözesanadministrator Weihbischof Dr. Matthias Heinrich versuchte den vielen Hörern, hauptsächlich auch den anwesenden Firmlingen, einen Punkt im Ritus der Firmung plastisch zu verdeutlichen. Die Handauflegung durch den Bischof mit den Worten: „Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist“, ist vielleicht vergleichbar mit dem „Schulterschlag“ des Fußballtrainers auf seine Spieler, bevor sie das Spielfeld betreten! Der zweite mindestens ebenso wichtige Punkt ist die Salbung mit Chrisam. Auch war bis zur Reform der Firmung 1973 der angedeutete Backenstreich, gewissermaßen als „Ritterschlag“, zusätzlich üblich!
Interessant waren auch die Ausführungen zur Historie und Differenzierung der Traditionen von Taufe und Firmung im Osten und Westen. Es würde jetzt zu weit führen, auf alle Punkte des Vortrags einzugehen. Sehr gerne aber soll die Empfehlung des Bischofs weitergegeben werden, sich zusätzlich im „Katechismus der katholischen Kirche“ zum Thema Firmung zu informieren!
Weihbischof Heinrich wird auch in unserer Gemeinde Jugendlichen am 10.06.2011 das Sakrament der Firmung spenden. Neben den vielen im Katechismus beschriebenen Wirkungen der Firmung soll an dieser Stelle eine hervorgehoben werden:
„Die Firmung schenkt uns eine besondere Kraft des Heiligen Geistes, um in Wort und Tat als wahre Zeugen Christi den Glauben auszubreiten und zu verteidigen, den Namen Christi tapfer zu bekennen und uns nie des Kreuzes zu schämen“!
Den diesjährigen Firmlingen von Maria Frieden wünscht sicher jeder aus der Gemeinde diese beschriebene besondere Kraft!! (W.N.)
Das Sakrament der Sakramente – mehr geht nicht – die Eucharistie!

Dieser Vortrag im Rahmen unserer Reihe „Glauben-Wissen-Bildung 2011“ von Dr. Martin Rieger begeisterte die Zuhörer im sehr gut gefüllten Pfarrsaal. Er startete mit der Differenzierung der Sakramente z.B. die Sakramente der Versöhnung: Taufe, Bußsakrament, Eucharistie und Krankensalbung oder die Standessakramente: Ehe und die Weihe. Auf alle Fälle erfährt man, so die Aussage, in allen Sakramenten die Nähe der Wirksamkeit Gottes.
Die Eucharistiefeier als Vergebung der lässlichen Sünden und als Danksagungsfeier stand dann im Focus der Ausführungen. Die Struktur der Hl. Messe gliedert sich in die Vorbereitung / Praeparatio ad Missam, den Eröffnungsteil, den Wortgottesdienst, die Eucharistiefeier, den Schlussteil und die Nachbereitung!
Als praktizierender Katholik und Gottesdienstbesucher ist man mit dem Ablauf der Hl. Messe vertraut. Dennoch war es interessant, die grundlegenden Gedanken verbunden mit der Historie hinter den Gliederungen zu erfahren. Sicher werden die Besucher des Abends die nächste Hl. Messe vielleicht bewusster – auf alle Fälle informierter – erleben und mitfeiern! Als Anregung und ohne Aufwand direkt umsetzbar durch die Gemeindemitglieder, wäre die stille fünfminütige Einstimmung auf den Gottesdienst. Ein Gebet und/oder die Meditation könnten zur Nachbereitung gehören. In der lebhaften Diskussion am Schluss des Vortrages kamen gewissermaßen im Schnelldurchlauf nochmals einige der vorgebrachten Kernthemen zur Sprache: Die wirkliche Gegenwart Christi durch die Wandlung, die nach wie vor geltende Empfehlung etwa eine Stunde vor dem Empfang der Kommunion nichts zu essen, der geordnete Kommuniongang, der würdige Kommunionempfang - in diesem Zusammenhang von Bedeutung, dass das Eintauchen der Hostie in den Wein verboten ist! Schön in diesem Zusammenhang war die Aussage eines Teilnehmers: „Die Grundlage für die würdige Feier der Eucharistie ist der bedingungslose Glaube“! (W.N.)
"Das Eingangstor zum Himmel.“ Die Sakramente Taufe und Krankensalbung

Verfechterinnen des Rechtes auf Leben
“Einen besonderen Gedanken möchte ich euch, den Frauen, vorbehalten, die
sich für eine Abtreibung entschieden haben. Die Kirche weiß, wie viele Umstände auf eure
Entscheidung Einfluss genommen haben können, und sie bezweifelt nicht, dass es sich in vielen
Fällen um eine leidvolle, vielleicht dramatische Entscheidung gehandelt hat. Die Wunde in eurem
Herzen ist wahrscheinlich noch nicht vernarbt. Was geschehen ist, war und bleibt in der Tat
zutiefst unrecht.
Lasst euch jedoch nicht von Mutlosigkeit ergreifen und gebt die Hoffnung nicht auf. Sucht
vielmehr das Geschehene zu verstehen und interpretiert es in seiner Wahrheit. Falls ihr es noch
nicht getan habt, öffnet euch voll Demut und Vertrauen der Reue: der Vater allen Erbarmens wartet
auf euch, um euch im Sakrament der Versöhnung seine Vergebung und seinen Frieden anzubieten. Ihr
werdet merken, dass nichts verloren ist, und werdet auch euer Kind um Vergebung bitten können,
das jetzt im Herrn lebt!“……..
Ein Auszug aus der Enzyklika „Evangelium vitae“ von Johannes Paul II aus dem Jahre
1995!
Einer der Gedanken, der u.a. im Vortrag: „Das Eingangstor zum Himmel. Die Sakramente Taufe und Krankensalbung!“ diskutiert wurde. In erster Linie ging es in diesem Gedanken um die Frage, was geschieht mit den Seelen ungetauft verstorbener Kinder, den Seelen der Totgeburten und den Seelen der abgetriebenen Kinder? Nicht nur die hoffnungsvollen Worte von Johannes Paul II machten und machen unzähligen Frauen Mut, auch die Einstellung der Kath. Kirche zum Thema Abtreibung wird durch die o.a. Passage, im Gegensatz zur oft einseitigen Presse, in einem anderen Licht dargestellt. Die Schlagworte: Reue-Erbarmen-Versöhnung-Vergebung, hätte man sicher ebenso als Überschrift für die drei Fastenvorträge nehmen können!
Der Referent des Abends, Pfr. Dr. Herbert Gillessen aus Berlin, fesselte die ca. 65 Besucher des 3. Fastenvortrages mit seinen Ausführungen, die durch einen reichhaltigen persönlichen Erfahrungsschatz geprägt waren.
Im folgenden Absatz sind die Grundstichpunkte seines Vortrags, mit dem Hinweis auf entsprechende Literaturstellen, aufgeführt! (W.N.)
Das Eingangstor zum Himmel: Taufe und Krankensalbung
(Referent: Pfarrer Gillessen in Maria Frieden am 28. März 2011)
A) Die Sakramente als Tor zum Himmel
"Die Sakramente sind sinnlich wahrnehmbare, wirksame Zeichen der Gnade,
die von Christus eingesetzt und der Kirche anvertraut sind und durch die uns
das göttliche Leben gespendet wird." (Kompendium des Katechismus, Nr. 224)
B) Die Taufe
1. "Kaum war Jesus getauft und aus dem Wasser gestiegen, da öffnete sich der Himmel, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube auf sich herabkommen." (Mt 3, 16)
2. "Darum geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern;tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.(Mt 28, 19)
3. "Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes kommen." (Joh 3, 5)
4. "Was die ohne Taufe verstorbenen Kinder betrifft, kann die Kirche sie nur der Barmherzigkeit Gottes anvertrauen." (KKK 1261)
5. "Weil die Taufe Eingliederung in den Leib Christi und daher unwiederholbar ist, braucht sich ein Getaufter bei einem Übertritt in eine andere Konfession nicht noch einmal taufen zu lassen.... So ist die Taufe ein ökumenisches Band zwischen den voneinander getrennten Kirchen." (Evangelischer Erwachsenen Katechismus, S. 1084)
C) Die Krankensalbung
1. "Jesu Heilungen waren Zeichen für das Kommen des Gottesreiches." (KKK 1505)
2. "Die Zwölf trieben viele Dämonen aus und salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie." (Mk 6, 13)
3. "Ist einer von euch krank? Dann rufe er die Presbyter der Kirche zu sich; sie sollen Gebete über ihn sprechen und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben. Das gläubige Gebet wird den Kranken retten, und der Herr wird ihn aufrichten; wenn er Sünden begangen hat, werden sie ihm vergeben." (Jak 5,14-15)
4. Wirkungen dieses Sakramentes, vgl KKK 1532
5. "Im Sterben sind wir besonders auf eine sinnenhafte, greifbare Bestätigung des Glaubens angewiesen..." (Evangelischer Erwachsenen Katechismus, S. 536)
D) Die Verabschiedung eines Sterbenden
1. Katholisch: "Commendatio animae", KKK 1020
2. Evangelisch: "Valet-Segen", EEK S. 537
Buße und Beichte aus evangelischer Sicht...

….“evangelisch“ nicht im konfessionellen Sinne, sondern im biblischen Sinne „evangeliumsgemäß“, also von der frohen Botschaft her, befreiend und entlastend. So wollte der Bischof der evangelischen Kirche Berlin – Brandenburg - schlesische Oberlausitz, Dr. Markus Dröge, seine Aussage verstanden wissen! Passagen aus den 95 Thesen von Martin Luther, die das Thema Beichte und Buße behandelten, bildeten den Kern seines Vortrages - ohne dabei tiefer auf die kirchlichen Missstände des 16. Jahrhunderts einzugehen!
Das bekannte Vorurteil, dass es in der evangelischen Kirche keine Beichte und Buße gäbe, wird zusätzlich wiederlegt durch das Augsburger Bekenntnis von 1530! Auch Dietrich Bonhoeffer hat in seinem Buch „Gemeinsames Leben“ die Beichte näher analysiert: „Bekennet einer dem anderen seine Sünden (Jakobus 5, 16). Wer mit seinem Bösen allein bleibt, der bleibt ganz allein!“ Bonhoeffer sah aber auch zwei große Gefahren bei der Beichte. Den Missbrauch einer Gewaltherrschaft über die Seelen, der zu vermeiden wäre, wenn man sich gegenseitig beichtet, und wenn die Beichte zum frommen Werk, zum wollüstigen Geschwätz wird. „Beichte als Werk ist der geistliche Tod, Beichte auf Verheißung hin ist Leben!“
Trotz der Probleme wie das Anerkennen der Buße als Sakrament und die Aufhebung des Beichtzwanges, kennt die Evangelische Kirche bis heute dreierlei Formen der Beichte. Die „Herzensbeichte“, die „Gemeindebeichte“ und die „Ohrenbeichte“! Hier können durchaus die Gemeinsamkeiten der beiden christlichen Kirchen erkannt werden. Vor allem der Aspekt, sowohl in der Evangelischen - als auch in der Katholischen Kirche, dass die Beichte als befreiend und entlastend betrachtet werden kann!
Ungewöhnlich viele Christen, vor allem auch aus der evangelischen Nachbargemeinde, erlebten nach einem Ökumenischen Bußgottesdienst im Pfarrsaal Maria Frieden einen spannenden, informativen und emotional fesselnden Vortrag von Bischof Dröge.
(W.N.)
Der komplette Vortrag des Bischofs unter http://www.maria-frieden-berlin.de/144html#c770
Buße und Beichte aus evangelischer Sicht
Vortrag von Bischof Dr. Markus Dröge, Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz am
21. März 2011, Katholische Kirche Maria Frieden, Kaiserstr. 29, 12105 Berlin
I.
In der Kirche St. Peter und Paul in Görlitz findet man ein barockes Kunstwerk ganz eigener Art im Seitenschiff: Petrus und Maria-Magdalena, der Verräter und die Sünderin, als Staturen aus weißem Marmor. Sie stehen auf zwei schwarzen Sockeln. Dazwischen – so sieht es aus – eine Tür. Über der Tür Christus, das Lamm Gottes, in einem Kranz aus Sonnenstrahlen. Über dem gesamten Kunstwerk aber thront Gott Vater mit einer segnenden Geste. Umspielt wird die Szene von fröhlichen barocken Engelchen. Erst beim näheren Hinschauen wird deutlich, dass dieses Kunstwerk ein Beichtstuhl ist, ein evangelischer Beichtstuhl wohlgemerkt. Im 18. Jahrhundert wurde hier die Ohrenbeichte abgenommen. Gemeindeglieder konnten ihrem Pfarrer in diesem Kunstwerk anvertrauen, was sie bedrückte, und die Absolution empfangen. Ein fröhlich beschwingter, barocker evangelischer Beichtstuhl! Ich habe dieses Kunstwerk, als ich es zum ersten Mal gesehen habe, geradezu als einen Aufruf empfunden, Buße, Umkehr und Vergebung wieder neu evangelisch zu entdecken, „evangelisch“ nicht im konfessionellen Sinne, sondern im biblischen Sinne „evangeliumsgemäß“, also von der frohen Botschaft her, befreiend und entlastend. „Buße und Beichte aus evangelischer Sicht“ – so möchte ich das Thema des Vortrages verstehen: vom Evangelium her Buße und Beichte als eine beglückende und befreiende Erfahrung.
II.
Genau dies war das Anliegen der Reformatoren. Buße und Beichte von anderen Zwecken zu befreien, damit Buße und Beichte wieder zur Erfahrung des Evangeliums werden können. Ich will und brauche hier nicht ausführlich an die kirchlichen Missstände zu Beginn des 16. Jahrhunderts zu erinnern. Einige Stichworte reichten: Ablasshandel, Finanzierung des Petersdoms in Rom mit den Geldern, die für die Absolution gezahlt wurden, Albrecht von Mainz, der seine Schulden mit den Erträgen des Ablasshandels bezahlen wollte...
Martin Luther hatte als Beichtvater mitbekommen, welche Gewissensbedrängnis Menschen verfolgte. Seine 95 Thesen wollten diesen Missbrauch bekanntmachen, nicht weil er ein Revolutionär war, sondern weil er um des Evangeliums willen seine Kirche erneuern wollte. Er veröffentlichte die Thesen zur Disputation, schickte sie gleichzeitig an Albrecht von Mainz und an den zuständigen Bischof von Brandenburg, Hieronymus Schulz, zu dessen Sprengel Wittenberg gehörte.
Die erste These lautet:
„Unser Herr und Meister Jesus Christus wollte mit seinem Wort ‚Tut Buße‘, dass das ganze Leben der Gläubigen Buße sei.“
Er wendet sich dann in den weiteren Thesen strikt dagegen, dass es der Kirche möglich sei, Bußstrafen zu Gunsten von Verstorbenen zu erteilen. Dass man durch Ablasszahlungen ohne Reue Sündenvergebung erlangen könne, gegen diesen Missbrauch wendet Luther sich scharf. Statt Ablass zu fordern oder zu bezahlen, solle für die Verstorbenen gebetet werden. Die zentrale These ist die These 62:
„Der wahre Schatz der Kirche ist das allerheiligste Evangelium von der Herrlichkeit und Gnade Gottes.“
Das Evangelium von der Gnade Gottes zu predigen ist deshalb die eigentliche Aufgabe der Kirche. Auf Ablass solle man sich nicht verlassen.
III.
Was folgt nun daraus für ein evangelisches Verständnis der Buße und Beichte?
In der Confessio Augustana, dem Augsburger Bekenntnis aus dem Jahre 1530, wird Folgendes über die Beichte und die Buße gelehrt.
Artikel 11: Die Beichte
„Von der Beichte lehren sie (die evangelischen Theologen): Die Lossprechung des Einzelnen muss in den Gemeinden beibehalten werden. Aber es ist nicht notwendig, in der Beichte alle Vergehen aufzuzählen, zumal es ja auch unmöglich ist, nach dem Psalmwort: ‚Die Vergehen, wer kennt sie?‘ (Psalm 19, 13).“
Artikel 12: Die Buße
„Von der Buße lehren sie: Die nach der Taufe gefallen sind, können zu jeder Zeit Vergebung der Sünden erlangen, wenn sie sich bekehren, und die Kirche muss solchen zur Buße Umkehrenden die Lossprechung gewähren. Es besteht aber die Buße im strengen Sinne aus diesen zwei Teilen: 1. aus der Reue, das heißt aus dem Schrecken welche die Erkenntnis der Sünde dem Gewissen einjagt, 2. aus dem Glauben, der aus dem Evangelium, das heißt aus der Lossprechung, empfangen wird und gewiss ist, dass um Christi willen die Sünden vergeben werden, und der so das Gewissen tröstet und aus den Schrecken befreit. Hernach müssen gute Werke folgen, welche die Früchte der Buße sind.“
Es stimmt also nicht, was oft als Vorurteil weitergetragen wird, dass es in der Evangelischen Kirche keine Beichte und Buße gäbe. Die Beichte soll beibehalten werden, heißt es im Augsburger Bekenntnis. Dazu gehört das Bekennen derjenigen Sünden, die uns bewusst sind, ohne Vollständigkeitsanspruch.
Und es gehört dazu die Lossprechung, mit der wir als Christenmenschen uns gegenseitig die Vergebung im Namen Jesu Christi zusprechen können.
Das Bußgeschehen wird dabei folgendermaßen beschrieben, ich sage es mit meinen Worten:
Wenn ich das, was mich an Schuld bedrückt, ausgesprochen habe in Gegenwart eines Mitbruders oder Mitschwester, und wenn ich mir die Vergebung habe zusprechen lassen, dann folgt daraus die Freude, dass eine große Last von mir genommen worden ist. Aus Freude und Dankbarkeit werde ich dann befreit und fröhlich meine Straße ziehen. Ich werde gute Werke tun können, weil ich das, was mir widerfahren ist, auch anderen gönne.
Dieses evangelische Beichtverständnis hat Dietrich Bonhoeffer in seinem Buch „Gemeinsames Leben“ näher analysiert:
„‘Bekennet einer dem anderen seine Sünden‘ (Jakobus 5, 16). Wer mit seinem Bösen allein bleibt, der bleibt ganz allein. Es kann sein, dass Christen trotz gemeinsamer Andacht, gemeinsamen Gebetes, trotz aller Gemeinschaft im Dienst allein gelassen bleiben, dass der letzte Durchbruch zur Gemeinschaft nicht erfolgt, weil sie zwar als Gläubige, als Fromme Gemeinschaft miteinander haben, aber nicht als die Unfrommen, als die Sünder. Die fromme Gemeinschaft erlaubt es ja keinem, Sünder zu sein. Darum muss jeder seine Sünde vor sich selbst und vor der Gemeinschaft verbergen... Es ist aber die Gnade des Evangeliums, die für den Frommen so schwer zu begreifen ist, dass es uns in die Wahrheit stellt und sagt: ‚Du bist ein Sünder, ein großer heilloser Sünder und nun komm als dieser Sünder, der du bist, zu deinem Gott, der dich liebt. Er will dich so, wie du bist, er will nicht irgendetwas von dir, ein Opfer, ein Werk, sondern er will allein dich. ‘Gib mir, mein Sohn, dein Herz‘ (Sprüche 23, 26). Gott ist zu dir gekommen, um den Sünder selig zu machen. Freue dich!‘ Diese Botschaft ist Befreiung durch Wahrheit.“ (Gemeinsames Leben Seite 95).
Im Weiteren beschreibt Bonhoeffer die Beichte als Durchbruch zur Gemeinschaft, als Durchbruch zum Kreuz, als Durchbruch zum neuen Leben und als Durchbruch zur Gewissheit des Glaubens.
Zwei große Gefahren sieht Bonhoeffer bei der Beichte.
Die erste Gefahr: Dass der Beichthörer, das was er in der Beichte erfährt, missbrauchen kann zur Gewaltherrschaft über die Seelen. Deshalb sollte Beichte gegenseitig geschehen. Wer Beichte hört, muss auch selber beichten.
Die zweite Gefahr geht den Beichtenden an: Es ist die Gefahr, dass die Beichte zum frommen Werk, zum wollüstigen Geschwätz wird, wie Bonhoeffer schreibt. „Beichte als Werk ist der geistliche Tod, Beichte auf Verheißung hin ist Leben.“
IV.
Ich denke es ist inzwischen deutlich geworden, wie wichtig Buße und Beichte auch für die evangelische Theologie und Kirche sind. Allerdings darf ich nicht verschweigen, dass es Probleme gibt.
1. Das erste Problem besteht darin, dass in der Reformationszeit eine Unsicherheit bestand, ob die Buße wirklich ein Sakrament sei. Das Problem bestand darin, dass für die Bußhandlung kein Zeichen genannt werden kann, das von Christus eingesetzt worden ist. Ein Sakrament im evangelischen Sinne muss nämlich zweierlei Dinge aufweisen können:
Es muss auf den biblischen Christus zurückgeführt werden können, und zwar durch ein Wort und durch eine Handlung. Dies ist bei der Taufe der Fall, gemäß Matthäus 28 (Taufbefehl). Und dies ist bei dem Abendmahl gemäß der Einsetzungsworte ebenfalls der Fall.
Für Buße und Lossprechung gibt es zwar Worte Jesu, aber kein entsprechendes Zeichen. Buße und Beichte sind also fraglos mit einer göttlichen Heilsverheißung zu verbinden, aber nicht mit einem bestimmten sinnenhaften Zeichen verbunden. (Wilfried Härle, Dogmatik, Seite 543).
- Ein weiteres Problem besteht darin, dass, „durch die Aufhebung des ‚Beichtzwanges‘ zugleich Wirkungen freigesetzt wurden, die zu einer weitgehenden Zerstörung der Beichte im evangelischen Bereich geführt haben.“ (Wilfried Härle, Dogmatik, 567f).
Aber trotz dieser Probleme: Bis heute kennt die Evangelische Kirche dreierlei Form der Beichte: die sogenannte Herzensbeichte im Gebet des Einzelnen, die Gemeindebeichte im Gottesdienst und die Ohrenbeichte, sei es vor einem ordinierten Amtsträger oder einem anderen vertrauenswürdigen Christen (vgl. Härle, 568).
Heute kommt es in der Evangelischen Kirche darauf an, dass wir das Befreiende der Beichte wieder erkennen und wieder in unserem christlichen Leben gestalten lernen. Wilfried Härle drückt es so aus:
„Der Ausfall der Beichte wäre ein unersetzlicher Verlust, weil die Beichte das
Geschehen ist, in dem sich die heilsame Öffnung vollzieht
, die sich – paradoxerweise – gerade dadurch ereignet, dass ein Mensch seine Liebesunfähigkeit und
Verschlossenheit ansieht und anerkennt mit dem Schmerz und der Scham, die damit verbunden sind, wenn
es ernst ist.“ (Seite 568)
Wir müssen also wieder Orte finden an denen es möglich ist, dass Belastende, das, was uns schmerzt und schämt, in einem vertrauensvollen Rahmen aussprechen zu können. Die Ohrenbeichte ist deswegen wichtig, weil ein Mensch dabei seine Sünde nicht nur bedenkt und seine Gedanken im nächsten Moment wieder zurücknehmen kann, sondern weil er sie vor einem Zeugen ausspricht. Er oder sie steht damit zu seiner Sünde.
Alles wird jedoch zerstört, wenn die tiefe Sehnsucht, von Belastendem befreit zu werden, missbraucht wird. Dies geschieht wenn Menschen dazu verführt werden, vor einer großen Öffentlichkeit, etwa im Fernsehen, ihre Not und schuldhafte Belastung auszusprechen. Dort ist zwar sicherlich ein Gefühl der Entlastung zu spüren. Weil aber Menschen, deren Wohlwollen keineswegs gesichert ist, sondern die oft aus reiner Neugiersucht dem Geschehen zuschauen, anwesend sind oder medial beteiligt sind, ist keineswegs gesagt, dass diese Form von Beichte dauerhaft befreiend ist. Im Gegenteil: Ich stelle es mir schrecklich vor, nach einem solchen „Auftritt“ im Fernsehen nicht mehr wissen zu können, wer nun alles meine Verfehlungen kennt. Und wenn ich mir vorstelle, dass psychisch labile Menschen sich auf ein solches Unternehmen einlassen, dann kann ich mir lebhaft die Ängste, Phobien und Traumata vor Augen führen, die nach einem solchen Auftritt um sich greifen können.
V.
Es bedarf eines Raumes des Vertrauens, um Buße und Beichte erleben zu können. Wo dies aber der Fall ist, da werden Buße und Beichte zu einem befreienden Geschehen, in dem das Evangelium tatsächlich erlebt werden kann. Dieser Raum des Vertrauens kann sehr unterschiedlich aussehen. Dabei glaube ich, dass die befreienden Erfahrungen Reue und Umkehr auch in ganz einfachen, menschlichen Begegnungen, die nicht im kirchlichen Kontext angesiedelt sind, erlebt werden können.
Eine solche Erfahrung beschreibt ein korsisches Lied. Es heißt: „Die Schritte noch einmal gehen“:
Nach zehn Jahren
Mitten auf dem Weg
Treffen wir uns wieder.
Wir hatten die Verletzungen gegenseitig aufgerechnet
Uns getrennt an den folgenden Tagen
Und uns gegenseitig verleugnet in der Entzweiung.
Wie eine Spur
wie ein Beweis der Freundschaft blieb ein kleines Kind
blieben die Erinnerungen die wir gesammelt hatten
die Erinnerungen an die schönsten Momente.
Und dann trifft man sich zufällig auf der Straße
Abends läuft man sich über den Weg
„Wie geht es Dir“, sagt man
und redet wieder miteinander
Du bist verheiratet?
Was hattest Du denn gedacht?
Da hören sie auf,
die Schmerzen der Trennung
das Bedauern
die Anklagen, aus Vertraulichkeiten geboren
die hundert Fragen und tausend Entschuldigungen
Mit dem Herzen in der Hand
geht jeder für sich die Schritte noch einmal
all diese Schuld
all diese Rechtfertigungsversuche
diese Jahre der Gefangenschaft
dann vorsichtig
eine Umarmung
so wie man wahre Zärtlichkeit teilt
und besser als jemals zuvor
sagt man
meine einzige Liebe bist Du, bist Du, bist Du
Das Lied erzählt die Geschichte eines geschiedenen Ehepaares, das sich unendlich viel Verletzungen zugefügt hat, sich aber nach Jahren zufällig wiedertrifft, mitten auf der Straße, und in einem neuen Raum des Vertrauens noch einmal alles besprechen kann: “Die Schritte noch einmal gehen“.
Es ist ein romantisches, idealistisches Lied, die Wirklichkeit wird sehr selten so erlebt werden. Und dennoch spüren wir: Ja so etwas gibt es, und es ist ein großes Geschenk: wenn ich im vertrauten Rahmen aussprechen kann, was mich belastet, wenn ich spüren kann, mir wird vergeben, wenn Liebe Hass überwindet, wenn Vergebung alte Wunden schließt.
Das Beispiel, das ich gerade genannt habe, macht deutlich, dass Reue und Aussprechen von Schuld ein erster Schritt zur Vergebung sein kann. Aus der Vergebung kann dann Versöhnung folgen.
Vergebungs- und Versöhnungsbereitschaft sind heute ein hohes Gut. Selten gelingen sie wirklich. Wenn zu schnell davon gesprochen wird, dass wir vergeben und versöhnen sollen, dann weckt dies zu Recht Widerstand.
Jean Monbourquette, ein Priester und Professor für Pastoraltheologie in Ottawa, hat zwölf Schritte benannt die nötig sind um zu vergeben:
1. Sich dazu entscheiden, sich nicht zu rächen und die verletzenden Handlungen zu beenden.
2. Seine Verletzung und seine innere Armut anerkennen.
3. Seine Verletzung mit jemandem teilen.
4. Seinen Verlust klar identifizieren, um über ihn trauern zu können.
5. Seine Wut und seinen Wunsch nach Rache annehmen.
6. Sich selbst vergeben.
7. Beginnen, seinen Schuldiger zu verstehen.
8. Für die Verletzung einen Sinn in seinem Leben finden.
9. Sich der Vergebung würdig wissen und sich bereits vergeben wissen.
10. Aufhören, um jeden Preis vergeben zu wollen.
11. Sich der Gnade der Vergebung öffnen.
12. Sich entscheiden, die Beziehung zu beenden oder zu erneuern.
Auch in diesem Schema, das nicht unbedingt nur im kirchlichen Kontext Bedeutung hat, erkennen wir die Elemente von Reue, Zuspruch und Befreiung:
- Wut, Rachegefühle und Verletzungen aussprechen.
- Einen Gesprächspartner finden.
- Die Vergebung als für mich geschehen akzeptieren.
- Die Beziehungen klären, so oder anders.
Es gibt Rituale für Paare die sich trennen. In Anwesenheit eines Pfarrers oder einer Pfarrerin wird das Wort Gottes gehört, ein Gebet gesprochen, an die guten Zeiten erinnert (das Kennenlernen, das sich Lieben lernen, das Heiraten, evtl. die Freude über die gemeinsamen Kinder…). Es folgt das Eingeständnis von Schuld. Wortgleich können beide Partner folgende Sätze nacheinander sprechen:
„Ich weiß, dass ich meinen Anteil daran trage, dass wir nicht mehr zusammenleben können. Ich bin verletzt worden, aber ich habe dir auch wehgetan. Es tut mir leid. Ich bekenne Gott meine Schuld und bitte um Vergebung.“
Der Pfarrer spricht anschließend folgende Worte:
„Jesus Christus spricht bei Johannes, Kapitel 8: ‚Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein.‘ Und im Kapitel 20 bei Johannes heißt es: ‚Nehmt hin den Heiligen Geist! Welchen ihr die Sünden vergebt, denen sind sie vergeben.‘ So spreche ich euch im Namen Jesu los von eurer Schuld. Geht hin in Frieden.“
VI.
Abschließend möchte ich darauf hinweisen, dass in unserem evangelischen Gesangbuch unter der Nummer 793 eine „Anleitung zur Einzelbeichte“ abgedruckt ist. Dort heißt es:
„Zur Beichte gehören das Eingeständnis der Schuld und die Lossprechung. Die Einzelbeichte kann in verschiedener Weise vollzogen werden. Meist schleißt sie sich an einem vorangegangenen seelsorglichen Gespräch an.“
Wenn es schwer fällt für das Eingeständnis der Schuld eigene Worte zu finden, kann ein Beichtbekenntnis als Ausgangspunkt oder Abschluss des eigenen Bekennens gebraucht werden.
Der Seelsorger/die Seelsorgerin spricht auf das Beichtbekenntnis:
„Wenn deine Beichte damit beendet ist, dann bete mit mir:
‚Gott sei mir gnädig nach deiner Güte, und tilge meine Sünden nach der großen Barmherzigkeit. Schaffe in mir, Gott ein reines Herz, und gib mir einen neuen, beständigen Geist. Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, und nimm deinen Heiligen Geist nicht von mir. Amen.‘“
Der Seelsorger/die Seelsorgerin spricht:
„Gott sei dir gnädig und stärke deinen Glauben!
Du sollst gewiss sein, das die Vergebung, die ich dir zuspreche, Gottes Vergebung ist.“
Und unter Handauflegung:
„In der Vollmacht, die der Herr seiner Kirche gegeben hat, spreche ich dich los: Dir sind deine Sünden vergeben. Im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.“
Darauf folgt ein Dankgebet und das gemeinsame Vater unser.
Abgeschossen wird diese Einzelbeichte mit dem Segen Gottes
Zum Schluss:
Ich glaube, dass wir – gleich ob wir katholisch oder evangelisch sind – in unserer Kirchen gleichermaßen das Problem haben, dass uns die befreiende Erfahrung einer „evangelischen“ Beichte weithin verlorengegangen ist.
Die Beichte als Befreiungsgeschehen wiederzuentdecken ist also eine Aufgabe, die wir gemeinsam vor uns haben.
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.
Heiliges Spiel oder alles Theater - Ein Grundkurs über Liturgie

Ist der Mensch noch „Liturgiefähig“……..
…..sicher eine fundamentale Frage die sich der Religionsphilosoph und Theologe Romano Gurdini 1964, während des 2. Vatikanischen Konzils stellte. Seine These: „Der moderne Mensch ist weithin unfähig, ein elementares Bewusstsein vom Symbolgehalt des Daseins zu entwickeln!“ Hindernisse dabei möge eine fehlende Fähigkeit des Menschen zu Stille, zur Sammlung oder zur geistigen Anstrengung sein. Auch der Individualismus und der Egoismus machen sich verstärkt breit. Viele empfinden die Liturgie von - antiquiert und übertrieben bis hin zu ganz unverständlich -!“
Wenn Liturgiefähigkeit gleichbedeutend ist mit der Dialogfähigkeit mit Gott, oder wie es der Theologe und Hochschullehrer Johannes Pinsk beschreibt, ein Lebensaustausch zwischen Gott und Mensch ist, dann stimmen die Ergebnisse des Religionsmonitors* nachdenklich. Zwar stimmen 2/3 der befragten Katholiken der These: „Gott oder das Göttliche ist wie eine Person, zu der man sprechen kann“ zu, aber fast 1/3 stimmt dieser These nicht zu!
Auch die Entwicklung der Gottesdienstbesucher spricht eine deutliche Sprache. Waren es in der Zeit vor dem 2. Vatikanischen Konzil noch ca. 50% Gottesdienstbesucher am Sonntag, sind es heute etwa 13%!
Deshalb war es sehr wichtig, wieder einmal tiefer einzutauchen in die Thematik Liturgie! Unserem ersten Referenten der Vortragsreihe „Glauben-Wissen-Bildung“, Herrn Dr. Martin Rieger, ist es mit dem Thema: „Heiliges Spiel oder alles Theater – ein Grundkurs über Liturgie“ hervorragend gelungen die komplexe Thematik für den Laien verständlich und überzeugend zu vermitteln.
Die Ausführungen über die Einteilung der Theologie in die systemische-, praktische-, biblische- und die historische Theologie, die Differenzierung zwischen Sakral und Profan, die Liturgiekonstitution nach dem 2. Vatikanischen Konzil, die Ableitung und Entstehung der Sakramente, das Kirchenjahr, bzw. das liturgische Jahr oder auch die Sprache der Liturgie – alle Themen, und da waren sich die vielen Zuhörer einig, waren gleichermaßen interessant. Die anschließende Diskussion und die Gesprächsrunden in kleinen Gruppen zeigt auch die Notwendigkeit, sich als gläubige Katholiken mit der Thematik Liturgie öfter auseinanderzusetzen um vorhandene „Liturgiefähigkeit“ zu erhalten, oder auch wieder neu zu beleben.
(W.N.)
*Bertelsmann Stiftung Religionsmonitor 2008 erschienen im Gütersloher Verlagshaus
Alles Liebe - oder was?

Unter diesem Titel wurde das Sakrament der Ehe im Rahmen unserer Vortragsreihe Glauben-Wissen-Bildung am 14.04. in der Gemeinde Maria Frieden „behandelt“! Frau Ute Eberl, Dipl. Theologin und Referentin im Erzbischöflichen Ordinariat Berlin, Seelsorge, Fachbereich Ehe und Familie, bereitete den Zuhörerinnen und Zuhörern kurzweilige 90 Minuten!
Schon im Einstieg, als Frau Eberl von ihren Paarinterviewaussagen anlässlich des Tages der Ehejubiläen im Bistum erzählte, wurde die Komplexität der Ehe als Beziehungssakrament zwischen Mann und Frau deutlich. Die Statistik spricht ebenfalls eine deutliche Sprache. Gab es 1950 noch 179.000 katholische Trauungen waren es 2008 nur noch 48.000. Wir stehen quasi mitten in der Welt mit dem Thema Sakrament der Ehe und heutige Beziehungserfahrungen. Parallel dazu müssen wir uns künftig mehr damit befassen, wie die Kirche mit dem Thema Trennung und Wiederverheiratung umgeht. Das Beispiel einer Frau, 15 Jahre verheiratet, 3 Kinder und seit 2 Jahren geschieden, die ihrem Exmann den Weg für eine kirchliche Hochzeit mit der neuen Freundin durch die Akzeptanz eines Nichtigkeitsverfahrens bereiten soll, macht betroffen!
Sich auf die Ehe vorbereiten ist sicher nur in begrenztem Maße möglich. Die Ehe ist nicht statisch, sie ist lebendig und jeder Tag in der Ehe ist ein neuer Tag. Deshalb ist der Vergleich der Hochzeit mit der gegenseitigen Überreichung eines „versiegelten Umschlages“ schon sehr treffend. Und bei aller Romantik einer Trauung sollte man das unromantische was man sich gegenseitig verspricht nach den knallharten Fragen und Forderungen des Priesters, „reifliche Überlegung – freie Entscheidung – lieben und achten – Verantwortung übernehmen“, berücksichtigen, bevor man sich gegenseitig das Sakrament der Ehe spendet.
Eine schöne Schlusstheorie für gläubige Eheleute: So wie Christus seine Kirche liebt, so ist die Liebe in der Ehe. Ehe ist ein Zeichen dafür, wie sehr Christus seine Kirche und Gott die Menschen liebt. Eheleute sind „Werkzeuge“ die die Kirche mit aufbauen!
(W.N.)